Völker aller Zeiten und Zonen haben im Laufe ihrer Geschichte die verschiedenartigsten Religionen entwickelt.
Ein Volk, das sich ohne eine Religion entwickelt hat, ist nicht bekannt. Die Gründe für diese ganz von selbst ablaufende Entwicklung sind von den Religionswissenschaften untersucht worden und als Hoffnungen und Sehnsüchte der Menschen identifiziert worden: das Verlangen nach Freiheit oder Einswerden mit allem, die Ahnung einer Urbeziehung der menschlichen Seele mit dem All, die Vorstellung eines Lebens nach und/oder vor dem Tod, die Sehnsucht nach dem Paradies, die Hoffnung auf Erlösung oder einen Erlöser, das Verlangen nach einer "Steigerung" des Lebens, das durch weltliche Dinge und Güter nicht zu erreichen ist, und die Suche nach dem vollkommenen Menschen.
Betrachtet man diese Gründe einmal losgelöst von den verschiedenen Religionen im Hinblick auf sich selbst, dann dürften viele Menschen feststellen, daß die genannten Hoffnungen und Sehnsüchte mehr oder weniger stark bei jedem vorhanden sind. Egal ob diese Hoffnungen und Sehnsüchte vom Einzelnen begrüßt oder abgelehnt werden, auf jeden Fall sind sie Teil des "Menschseins".
Sofern die Hoffnungen und Sehnsüchte nicht absichtlich oder unbewußt verdrängt werden, können diese erfüllt werden durch Religion. Neben den "klassischen" Religionen gibt es eine Reihe weiterer Formen der Religiosität, die als solche auf Anhieb zum Teil gar nicht als solche zu erkennen sind (siehe auch: "Religionen / Formen der Religiosität neben dem Christentum").