Im christlichen Glauben werden im wesentlichen drei verschiedene Wesenszüge des Menschen angesprochen, nämlich die Erkenntnis, der Wille und das Vertrauen. Die Erkenntnis bezieht der christliche Glaube vor allem aus seinen Traditionen wie der Bibel, Glaubenszeugnissen der frühen Kirche, der Reformatoren und des Kirchenkampfes im 20. Jahrhundert. Diese Erkenntnisquellen sind ein wichtiges Fundament des Glaubens und ihre Grundaussagen machen urteilsfähig in vielen Situationen des Lebens.
Mit seinem Willen kann jeder Mensch für sich selbst entscheiden, ob er sich auf die Fragen nach Sinn, Werten, Überzeugungen, Handlungsmaximen, kurz nach "Glauben" einlassen möchte oder nicht. Sicher bedeutet das Einlassen auf "Glauben" noch keineswegs automatisch das entstehen einer tiefen Beziehung zu Gott (siehe auch "Wie kann ich glauben ?"), jedoch gilt umgekehrt: wer nie zur Ruhe kommt um sich den "Luxus" zu leisten, nach Gott und dem Sinn des eigenen Lebens zu fragen, der hat keine Möglichkeit, den Glauben als Schlüssel des Lebens kennenzulernen.
Schließlich ist der Kern des christlichen Glaubens das Vertrauen, in dem der Glaubende ein Gefühl tiefer Geborgenheit und letzter Zuflucht zum Urgrund des Lebens empfindet und dies als persönliches Vertauensverhältnis zu Gott empfindet. Die Erfahrung von festem Grund, der den eigenen Weg ins Ungewisse trägt, wird im Alten und im Neuen Testament der Bibel in vielfältiger Form überliefert. Ob eine willentliche Zuwendung zu diesen Erkenntnisquellen jedoch das beschriebene persönliche Vertrauensverhältnis zu Gott entstehen läßt, liegt nicht in der Macht des Menschen.
Es ist Gottes Geist, der den Glauben schenkt.

